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Dessous Geschichte

Frühmittelalter
Im Frühmittelalter bis ca 1000 trug die Frau ein hemdartiges Kleid, das je nach Stand aus mehr oder weniger kostbaren Stoff gefertigt wurde. Einen richtigen Schnitt hatten diese Kleider damals nicht.
Die Breite des Gewands wurde durch die Breite des Webstuhls bestimmt. Männer trugen lange Hosen, Wadenwickel und ein kittelartiges Wams. Diese Kleidung orientierte sich noch an der keltischen Mode.

Ab dem 11. Jahrhundert wurde das Obergewand erstmals über der Taille geschnürt, was eine erstmalige Betonung der Körperforum zur Folge hatte. Das Unterkleid wurde nach unten hin stark erweitert und bodenlang verlängert. Diese Kombination begründete das Prinzip des Doppelrockes. Auch die Frau trug über dem Obergewand einen mantelartigen Umhang, den sie über der Brust schloss.Dieser Umhang war aus kostbarem Stoff und meistens mit Borten besetzt und bestickt.

Hochmittelalter
In der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Kleiderschnitt erfunden und als Folge davon entwickelte sich zunächst eine recht körperbetonte Mode. Die Mode war sehr knapp und mit weitem schleppenden Rock und einem enganliegenden Mieder, das vorn über dem Hemd zusammengeschnürt wurde.Unter dem tiefen Ausschnitt trug man einen Gürtel. Das Kleid der Frau war am Oberkörper eng anliegend, was durch eine Schnürung gewährleistet wurde. Die Ärmel der Oberkleider konnten sich vom Ellbogen zum Handgelenk hin tütenförmig erweitern oder wiesen im Bereich des Handgelenkes teils bodenlange Schlaufen auf. Der Rockteil des Kleides war weit und endete oftmals in einer Schleppe.

1250 verschwanden die exotischen Ärmelformen wieder. Der Ärmel war jetzt am Unterarm eng anliegend. Auch die lange Schleppe verschwand. Dafür hatte das Kleid der Frau jetzt rundherum Überlänge, so dass es beim Gehen gerafft werden musste. Das Kleid wurde oft auch mit Gürtel getragen. Dieser fiel jedoch später immer mehr weg, so dass der Stoff ungehindert in reichen Falten fallen konnte.
Andererseits wird das knappe Oberteil hauptsächlich dazu verwendet, um die überaus schöne und schlanke Figur der Trägerin zu rühmen, was auf einen Kunstgriff hindeuten könnte.

Zwischen 1330 und 1350 fand die französische Tracht in Deutschland Eingang. Man trat diesem Umschwung in Sitte und Tracht sofort energisch entgegen, aber mit wenig Erfolg.

Spätmittelalter:
Mitte des 14. Jahrhunderts änderte sich die Mode ziemlich radikal, vor allem was die Männermode betrifft. Der lange Rock verkürzte sich, bis er gerade noch das Gesäß bedeckte und lag am Oberkörper wieder eng an. Vorne war er durchgehend zu knöpfen. Die Beinlinge zeigten nun die ganze „Schönheit“ des Beines. Eng einher ging diese Veränderung mit der Veränderung der Rüstungen, die jetzt immer mehr Panzerplatten beinhalteten. Die Zeit des Kettenhemdes war vorbei.
Auch in der Frauenkleidung kehrte man zum enganliegenden Oberteil zurück. Üppige Hängeärmel und Scheinärmel kamen auf. Auch das Dekolleté wurde in dieser Zeit erfunden, vorher waren die Kleider relativ hochgeschlossen gewesen

Bereits im 14./15. Jh. begann aus Kleidung Mode zu werden. Während die Bäuerinnen sich praktisch und einfach kleideten, wandelte sich die Garderobe der Städterinnen erheblich, wobei sich die neue Kleidung häufig durch hinderliche Attribute auszeichnete. Die Unterkleider wurden feiner, die Formen den Ärmel immer auffallender. Die Haare wurden mit einem Schleier oder einer Haube bedeckt. Die ledige Frau trug ihre Haare sichtbar als Zopf oder offen. Verheiratete Frauen trugen eine leinerne, gestreifte, knapp aufsitzende Kopfbedeckung mit einem Kinnband, welches so stark angezogen wurde, dass die Frau nur lispeln und erst nach einer Lockerung unbehindert essen konnte. Die Kleider boten tiefe Einblicke ins Dekolleté und waren so enganliegend, dass sie die Körperformen betonten. Auf Bildern und Beschreibungen von Frauen stehen immer wieder ihre Gewänder im Vordergrund. Kleidung war wichtiges Attribut weiblicher Repräsentanz, kennzeichnete ihre Stellung, ihren Beruf, machte sie aber auch zum Objekt der Betrachtung. Die einfachen Leute mussten unauffällige Farben tragen, während die Reichen in allen bunten Farben leuchteten.
Z.B. Samt; ähnlich dem heutigen Nickistoff, damals aber wesentlich prächtiger, da er aus Seide hergestellt wurde und teilweise mit Gold und Silber durchwoben war.

Im 15. Jahrhundert folgten in allen Städten die verschärften Kleiderordnungen in immer kürzer werdenden Abständen. Sie vermochten aber nicht den immer weiter entfesselten Hang zur Eitelkeit zu bremsen.
Namentlich war es der reiche Bürgerstand, der es dem Adel gleichtun wollte oder diese sogar noch übertrumpfte. Das reizen wollen ließ sich aber nicht so einfach abstellen.

Damen-Unterwäsche und Nachtbekleidung der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Dessous, Negligés, Hausanzüge und duftige Gewänder zwischen Abendkleid und Nachthemd. Die Frauen begannen wieder sich so zu kleiden wie es im Mittelalter begann - allerdings nicht als sichtbare Variante, sondern als Nachtwäsche oder allseits als Dessous bezeichnet. Diese neue Nachtmode setzte sich schnell durch und es wurden wieder Corsagen und Dessous als anständiges Kleidungsstück gefertigt.

Das unter Ausschluss der Öffentlichkeit gepflegte Darunter von einst, bestehend aus stoffreichen Unterhosen mit knielangen Beinen, Hemden, Untertaillen, Halbröcken in Linon, Leinen und Baumwolltrikot begann sich in Fasson und Material zu wandeln, zum einen durch die neue Mode der kurzen Kleider und zum anderen durch die Entwicklung neuer Materialien. Modemagazine, Tanzbühnen und besonders die Filmkunst begannen das Unsichtbare sichtbar zu machen.