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Latex Dessous

Der Ausgangsstoff ist milchig durchscheinend und kann durch Zugabe von Farbpigmenten beliebig eingefärbt werden. Neben klassischem Schwarz und leuchtenden Farben wie rot oder blau können so auch halbtransparente oder metallische Töne erreicht werden, man spricht dann von translucent oder pearlsheen. Darüber hinaus gibt es Materialmixturen wie Samtgummi oder chloriertes Latex, welches eine stumpfe Oberfläche mit samtigem Schimmer hat. Man muss es nicht mehr ölen oder pudern, aber es riecht anders und fühlt sich auch anders an als reines Latex. Latexkleidung wird auf drei verschiedene Arten hergestellt: getaucht, geklebt oder genäht. Für getauchte Kleidung wird eine Positivform in flüssiges Latex getaucht, gegebenenfalls benötigt es mehrere Arbeitsgänge bis die gewünschte Materialstärke erreicht wird. Die Kleidung wird so nahtlos, was zweifellos sehr schick aussieht, aber eine einheitlich Materialstärke ist kaum zu erreichen, also auch keine einheitliche Reißfestigkeit. Maßanfertigung wäre viel zu teuer, da erst eine Form aus Keramik oder ähnlichem hergestellt werden müsste, es sei denn, man nimmt den eigenen Körper als Form. Flüssiges Latex gibt es auch für den Hausgebrauch zu kaufen, wobei hier wohl eher der Weg als das Endprodukt das Ziel ist. Für den Handel wird das Tauchen deshalb vor allem für Handschuhe und Strümpfe verwendet.
Wer gut sitzende Latex-Dessous möchte, die lange halten, der greift am besten auf geklebte oder genähte Stücke zurück. Beide werden aus Latexbahnen hergestellt, die in der Regel in Breiten zwischen ein und vier Metern sowie konstanten Stärken von 0,15 bis 1,2 mm und mehr hergestellt werden. Genähte Latex-Dessous sind tendenziell weniger elastisch als geklebte, da die Kleidung an den Nähten weniger nachgiebig ist, überdies besteht die Gefahr, dass das Material an den Einstichstellen reißt. So wird auch bei der Verwendung von Nieten, Reißverschlüssen und Knöpfen Textilband zur Verstärkung verwendet, auf der sicheren Seite ist man, wenn man ganz auf derartige Accessoires und Verschlüsse verzichtet. Ganz besonders gut sitzen die Dessous natürlich, wenn man sie eigens von einem Schneider anfertigen lässt, was sich bei besonderen Einzelstücken wie Korsagen oder Bustiers durchaus lohnen kann.
Latex wird meist beidseitig glatt hergestellt, was die Handhabung erschwert. Zum Anziehen helfen Talkumpuder, Silikonöl oder andere Gleitmittel, die das Latex nicht angreifen. Silikonspray sollte man aus gesundheitlichen nicht einatmen, aber es lässt die Dessous schön glänzen. Das Material ist sehr empfindlich, schon ein Fingernagel kann die Oberfläche beschädigen. Wer sichergehen möchte, trägt zum An- und Ausziehen wie auch bei der Handwäsche Einmalhandschuhe, wie sie zu medizinischen Zwecken verwendet werden. In jedem Fall sollte man vorsichtig mit den kostbaren Stücken umgehen und sie gut pflegen. Die Kleidung ist nach dem Gebrauch gründlich zu waschen und muss gut getrocknet werden, sonst bilden sich leicht Schimmel und Bakterien. Es gibt durchaus preisgünstige Alternativen zu Spezialartikeln aus dem Handel, aber es ist wichtig, auf die Materialverträglichkeit von Gleit-, Pflege- und Reinigungsmitteln zu achten. Dann hat man auch lange Freude an diesen ganz besonderen Dessous, die neben zarten Seidenslips, edlen Spitzen-BHs und kuscheligen Baumwollhemden eine Bereicherung jeder Wäscheschublade darstellen.

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